Kontakt

Die Mainzer Hofsänger GbR
Postfach 31 22
55021 Mainz

E-Mail: info@m-h-s.de

Sponsoren

Wir bedanken uns für die Unterstützung bei:

logo-lotto

lotto online banner

 

MHS Newsletter

Melden Sie sich an für aktuelle E-Mail Nachrichten rund um die Mainzer Hofsänger.

* notwendige Angabe

 Feierliches Konzert in St. Stephan/Mainz


Foto: Harry Braun


WEIHNACHTSKONZERT
Mainzer Hofsänger singen in Stephanskirche / Seitenhiebe auf Kommerzialisierung

MAINZ - Natürlich ist das ein gesellschaftliches Ereignis und St. Stephan bis auf den letzten Platz besetzt. Wer nicht sofort ein Schwätzchen mit Bekannten beginnt, hat zumindest die Gelegenheit, sich am Strahlen der Chagall-Fenster zu freuen, weil noch Tageslicht herrscht. Mit fortschreitender Dämmerung wird ihr Leuchten immer intensiver und geheimnisvoller – der schönstmögliche Rahmen für ein Weihnachtskonzert in Mainz.

Adventslieder, Klassik, Romantik und Pop

Die Hofsänger bleiben sich auch hier treu. Begrüßung der Honoratioren, Danksagung an Sponsoren, Aufruf zu Spenden, das verlangt die gute Vereinstradition. Über die Lotto-Stiftung soll Geld für Flüchtlingskinder gesammelt werden, was gerade am dritten Advent einen tiefen Sinn hat, denn die Weihnachtsgeschichte erzählt ja ganz direkt von Verfolgung, Vertreibung, Flucht und Not in der Fremde.

Das Programm bietet eine weite Reise durch Weihnachtliches, von den liebgewordenen deutschen Weihnachtsliedern über Standards der Männerchorliteratur zur Klassik und Romantik, schließlich auch zur amerikanisch angehauchten Pop-Weihnacht. Der musikalische Leiter Michael Christ hat sich große Arbeit gemacht, viele der Lieder passend für seine Hofsänger zu arrangieren. Er stellt gerne die Solisten heraus, die in dem kleinen aber stimmgewaltigen Chor reichlich vertreten sind. Und er wechselt zwischen den Strophen die Tonart, um eine immer noch effektvollere Variante herauszuarbeiten. So kommen die ersten Tenöre zu ihrem hohen C und die zweiten Bässe in geradezu Don-Kosaken-Tiefen.

In diesem Reichtum an Variationen kann man schön die vielfältigen Möglichkeiten des Männerchors hören, der ja zu den vom Aussterben bedrohten Gattungen der Musik gehört. Wie im traditionellen Männerchor darf immer wieder ordentlich geschmettert werden. Aber es gelingt den Hofsängern auch, innige, zarte Töne anzuschlagen, besonders in Michael Christs Arrangement von „Stille Nacht".

Ganz kurz vermeint man sogar die Bütt wahrzunehmen, wenn der Tenor Michael Renke einen satirischen Seitenhieb auf die Kommerzialisierung von „Santa Claus", der für ein Getränk wirbt, abgibt, und selbst fragt, ob denn schon Fastnacht sei. Aber beim folgenden „Jingle Bells" ist die Kritik wieder verflogen, der Mitklatsch-Reflex nicht mehr zu bezähmen. Nur das Schunkeln, das in der wunderschönen, aber doch sehr kalten Stephanskirche für Erwärmung gesorgt hätte, unterbleibt taktvollerweise. Das mächtige und großartig dargebotene „Halleluja" von Händel mischt sich in die Glocken von St. Stephan zum starken Ausklang. Bis Fastnacht ist noch Zeit. Weihnachten gibt genug Stoff zum Nachdenken.

Von Dietrich Stern